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Individual Motion Space

Virtueller Arbeitsraum

Räume und dreidimensionale Strukturen intuitiv im virtuellen Raum zu entwerfen, um sie im Anschluss mit digitalen Fertigungstechniken produzieren zu können, ist das Thema der Arbeit Individual Motion Space.

Das Projekt beinhaltet eine Anwendung, die das Modellieren von räumlichen und skulpturalen Strukturen in der virtuellen Realität ermöglicht. Nutzer sind in der Lage ein definiertes Volumen, bestehend aus mehreren Würfeln, mit virtuellen Werkzeugen zu bearbeiten. Um schnell und intuitiv räumliche Ergebnisse zu erlangen, ist die Möglichkeit der Bearbeitung auf das Entfernen und Hinzufügen von Würfeln reduziert. Jedes Entfernen oder Hinzufügen wird dem Anwender durch einen kurzen Vibrationsimpuls über den VR-Controller bestätigt.

Die bearbeitete Struktur kann im Anschluss in eine geschlossene, polygonale Geometrie überführt werden. Dabei werden aus den Positions-Koordinaten der bearbeiteten Würfel vier unterschiedliche Designstrategien erzeugt. Dieser Prozess geschieht im Hintergrund in einer Drittsoftware “Rhino/Grashopper”, die ein parametrisches Entwerfen und Modellieren ermöglicht. Nach einer Nutzereingabe überträgt die VR-Anwendung die Positions-Koordinaten an die Drittsoftware. Hier wandeln Algorithmen die Koordinaten zu geschlossenen Geometrien um, verändern die Oberfläche und Gestalt, sodass aus einer Grundstruktur vier unterschiedliche ästhetische Formen entstehen. Nach Vollendung dieser Berechnung werden die generierten Geometrien in die Anwendung zurück gespielt und in verkleinertem Maßstab in virtuellen Vitrinen platziert. Der Nutzer kann die Vitrinen mit den Controllern anvisieren und die Geometrien auswählen, um sie in Lebensgröße betrachten zu können. Sobald die Bearbeitung abgeschlossen ist, können die generierten Geometrien gespeichert und über eine Schnittstelle in die Digitale Fertigung überführt werden. Vor Ort können beispielsweise per 3D-Druck oder Lasercutter Prototypen entstehen, aber auch die Übertragung der Volumen an eine CNC-Fräse oder einen Fertigungsroboter ist möglich.

Mit Individual Motion Space werden moderne, digitale Techniken und untereinander vernetzte Komponenten genutzt, um schnell und intuitiv physische und räumliche Strukturen zu bilden. Die Entwicklung und Gestaltung dieser Strukturen bleibt somit nicht mehr nur den Fachleuten überlassen, sondern wird für jedermann möglich, der einen Zugang zu der Anwendung und in die virtuelle Umgebung findet.

Die Arbeit wurde im Januar 2018 auf der Messe Domotex in Hannover und im Rahmen der Masterausstellung, Kommunikation im Raum, im Zentrum für Baukultur in Mainz präsentiert.

Umgesetzt bei Innenarchitektur | Hochschule Mainz
Projektlink Kommunikation im Raum | Hochschule Mainz
Partner Tobias Scheeder, Moritz Frank

Dank Prof. Klaus Teltenkötter
Preise ADC Junior 2019 Silber

Leistung Design, Entwicklung, Installation, Konzept
Techniken Digitale Fertigung, Grasshopper, Rhino3d, Unity, VR